Das Klinische Forschungslabor

Unser Leitbild

Das Klinische Forschungslabor der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Tübingen unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Peter Wendel beschäftigt sich seit über 15 Jahren schwerpunktmäßig mit der Hämostaseologie der extrakorporalen Zirkulation und den Vorgängen, die sich beim Kontakt von Blut mit Fremdoberflächen abspielen.
Dies ist insbesondere bei der Anwendung der Herz-Lungen-Maschine, dem Einsatz von Herzunterstützungssystemen, der Hämodialyse, sowie bei Implantaten mit direktem Blutkontakt (z.B. künstliche Herzklappen, Gefäßprothesen, Stents, usw.) von primärem Interesse.
Insbesondere stehen Untersuchungs- und Anwendungsmethoden im Vordergrund, die der Verbesserung der Hämokompatibilität (Blutverträglichkeit) der eingesetzten Materialien dienen. Dazu stehen mehrere standardisierte Screening-Verfahren zur Verfügung, mit denen eine detaillierte nicht-klinische Überprüfung der Vorgänge bei Blut-Material Kontakt durchgeführt werden kann.

In mehreren öffentlich geförderten Forschungsprojekten bearbeitet das Forschungslabor die Problematik der Hämoinkompatibilität von blutkontaktierenden Medizinprodukten und führt zudem auch anwendungsorientierte, industriefinanzierte Auftragsforschungsprojekte durch. Diese Untersuchungen dienen z.B. der vergleichenden Beurteilung neuer Implantatmaterialien und /oder Beschichtungen.
Dazu wird, je nach Aufgabenstellung, eine jeweils entsprechende, individuelle Auswahl der verschiedenen im Labor etablierten Hämokompatibilitätstests eingesetzt.
Um diese Untersuchungen mit der höchstmöglichen Qualität und Zuverlässigkeit durchführen zu können und die im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen geforderte Rückverfolgbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen, haben wir ein auf den Grundsätzen der "Good Laboratory Praxis" (GLP) basierendes, zertifiziertes Qualitätssicherungssystem etabliert. Die Einhaltung der GLP-Grundsätze wird durch das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg überwacht.

Ein Team aus hoch qualifizierten Fachkräften mit mehrjähriger Erfahrung prüft im Rahmen dieses Qualitätssicherungssystems die Biokompatibilität von blut-kontaktierenden Medizinprodukten in Übereinstimmung mit der DIN ISO EN 10993-4: Biological evaluation of medical devices - Part 4: Selection of blood tests for interactions with blood.

Das Ziel der nicht-klinischen Prüftätigkeit des Forschungslabors ist es

Mit den nicht-klinischen Prüftätigkeiten, den Forschungsarbeiten und dem Anwendungsbezug soll eine kontinuierliche Verbesserung der eingesetzten medizinischen Produkte erreicht werden, aber auch etablierte und bewährte Prozesse kritisch hinterfragt und bewertet.
Mit der Arbeit des klinischen Forschungslabors soll direkt und indirekt die Patientenversorgung verbessert werden, indem neue Materialien entwickelt und geprüft werden, und zum Schutze des Menschen/Patienten medizinische Produkte verbessert werden. über in-vitro Verfahren können darüber hinaus Tierversuche eingeschränkt werden und die Verwendung von humanrelevanten Verfahren lässt eine direktere Bewertung der Forschungsergebnisse für den Menschen zu. Dies ist die Mission unserer Arbeit.

Kooperationen

Das Labor kooperiert eng mit zahlreichen anderen inner- und außeruniversitären Einrichtungen und ist Mitglied verschiedener Fachgesellschaften und Forschungsverbünde: