Interdisziplinäre Arbeitsgruppen

Die Expertisen der interdisziplinären Arbeitsguppen bestehen aus den Bereichen:
Translationale Medizin In vivo Tissue‑Engineering von blutkontaktierenden Medizinprodukten
Biochemie/Chemie Zell‑SELEX zur Generierung von Aptameren
Zell- und Molekularbiologie Stammzelltherapie
Biomedizin Silencing von Rezeptorproteinen
Biomedical engineering Biosensoren für Gerinnungsdiagnostik
Hämokompatibilität und Aktivierungsmechanismen von Biomaterialen Quantifizierung von Pyrogenen
Die Verfahren, Prozesse und Produktentwicklungen sind auf unmittelbaren Know-How-Transfer in klinische Anwendungen ausgerichtet. Die solide Grundlagenforschung und die mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrungen des Forschungslabors bieten dafür die Mittel zum Zweck.

Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe Pyrogentest (Dr. med. Stefan R. M. Fennrich)
Der Einsatz des "Sensors Blut" für die Prüfung auf Pyrogenfreiheit von injizierbaren Medikamenten (in-vitro Pyrogentest) ist wichtiger Bestandteil des klinischen Forschungslabors der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Tübingen.
In verschiedenen Forschungsprojekten werden aktuell Fragen der Luftqualität (arbeitsmedizinische Aspekte) und der Hygiene untersucht sowie neue Anwendungen erschlossen.

Als ehemaliger Entwicklungsleiter des in-vitro Pyrogentests an der Universität Konstanz bringt AG-Leiter Stefan Fennrich mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung mit dieser Methodik mit, die 2010 in die Europäische Pharmakopoe implementiert wurde.
Die Mitarbeiter/Innen des Forschungslabors führen diese Methodik basierend auf dem PyroDetect-System durch.

Leitung

Dr. med. Stefan R. M. Fennrich
Arbeitsgruppenleitung
Tel. 07071 / 29 - 8 33 73
Fax 07071 / 29 - 36 17

PyroDetect

Das in-vitro Pyrogentestverfahren wurde erfolgreich unter dem Namen PyroDetect auf industriellen Standard gesetzt. In modifizierter Form kann es auch für die Prüfung von Medizinprodukten, Luftqualität und zellulären Therapeutika verwendet werden.

Für die weitere Entwicklung des Pyrogentests steht vor Ort einer der Erfinder, Prof. Dr. Albrecht Wendel, zur Verfügung. An seinem Lehrstuhl für Biochemische Pharmakologie an der Universität Konstanz wurde das Verfahren von 1996 bis 2008 wissenschaftlich bearbeitet, entwickelt und international validiert. Er ist heute an der Universität Tübingen tätig als Managing Director des Zentrums ICEPHA. (zu ICEPHA)

Vorteil des Verfahrens: Tierersatzmethode

Ein gemeinsames Thema der Forschungsprojekte ist, dass Blut außerhalb des menschlichen Körpers im Modell als "Sensor" eingesetzt wird und humanspezifische Reaktionen simuliert werden.
Die Verwendung von Blut als "Sensor" ist eine spezielle Kompetenz der Arbeitsgruppe. Humanblut ist sehr gut geeignet, als Prüfmodell in-vitro verwendet zu werden, um speziesspezifische (Mensch) Bewertungen unter Vermeidung von Tierversuchen vorzunehmen. Somit können verschiedenste medizinische Produkte mit hoher Relevanz für den Menschen (Patienten) getestet werden.
Arbeitsgruppe Hämokompatibilität (GLP) (Prof. Dr. Hans Peter Wendel)
Arbeitsgruppe in vivo Tissue Engineering (PD Dr. Meltem Avci-Adali)

Leitung

PD Dr. Meltem Avci-Adali
Arbeitsgruppenleitung
Tel. 07071 29-83334
Fax 07071 29-3617

Biofunktionalisierung blutkontaktierender Materialien zum in vivo Tissue Engineering

Das natürliche Endothel stellt die ideale Oberfläche für den Blutkontakt dar. Um nach der Implantation auf synthetischen Oberflächen ein autologes Endothel zu generieren, kann ein bionischer Ansatz verfolgt werden.
Hierfür werden Oberflächen mit einer nur wenige Nanometer dicken Beschichtung aus stammzellspezifischen Fängermolekülen (z.B. DNA-Aptamere) versehen, die in der Lage sind, die zirkulierenden endothelialen Vorläuferzellen (EPCs) direkt aus dem Blut an die Prothesenoberfläche zu binden (siehe Abbildung).
Die EPCs können anschließend zu Endothelzellen differenzieren und die Gefäßprothese mit einem funktionsfähigen Endothel auskleiden. Die immobilisierten Fängermoleküle mimikrieren hierbei die natürlichen Homingfaktoren, die bei einer Gefäßverletzung eine zielgerichtete Anlagerung von EPCs an beschädigtes Endothel ermöglichen.

In vivo Tissue Engineering mit MSCs



Die MSC spezifischen Aptamere, die in der Arbeitsgruppe generiert werden, kommen vor allem für folgende Anwendungen zum Einsatz:
  • Isolierung und Homing von MSCs zu ischämischen Geweben wie z.B. nach einem Herzinfarkt oder nach Sehnenverletzungen.
  • In vivo Besiedelung von Implantaten, Prothesen oder Trägermaterialien mit autologen MSCs.
Zur Evaluierung dieser Ansätze stehen der Arbeitsgruppe sowohl in vitro Testsysteme, wie z.B. modifizierter Chandler-Loop, organotypische Modelle, Cell-Seeding Rotationsmodell, und Durchflussmodell, als auch in vivo Modelle zur Verfügung.

Medizinische Doktorarbeiten

Interessierte können sich jederzeit an die jeweiligen Arbeitsgruppenleiter wenden.

Literatur

Avci-Adali M., Perle N., Ziemer G., Wendel HP. (2011). Current concepts and new developments for autologous in vivo endothelialisation of biomaterials for intravascular applications. Eur Cell Mater. 21, 157-176

Avci-Adali, M., Ziemer, G., and Wendel, H. P. (2010). Induction of EPC homing on biofunctionalized vascular grafts for rapid in vivo self-endothelialization - A review of current strategies, Biotechnol. Adv. 28, 119-129

Wendel, H. P., Avci-Adali, M., and Ziemer, G. (2010). Endothelial progenitor cell capture stents - hype or hope?, Int J Cardiol 145, 115-117

Avci-Adali, M., Nolte, A., Simon, P., Ziemer, G., and Wendel, H. P. (2009). Porcine EPCs downregulate stem cell markers and upregulate endothelial maturation markers during in vitro cultivation, J. Tissue Eng Regen. Med. 3, 512-520

Avci-Adali, M., Paul, A., Ziemer, G., and Wendel, H. P. (2008). New strategies for in vivo tissue engineering by mimicry of homing factors for self-endothelialisation of blood contacting materials, Biomaterials 29, 3936-3945
Arbeitsgruppe Aptamere (PD Dr. Meltem Avci-Adali)

Leitung

PD Dr. Meltem Avci-Adali
Arbeitsgruppenleitung
Tel. 07071 29-83334
Fax 07071 29-3617

Zellspezifische Aptamere



Aptamere sind kurze einzelsträngige RNA- oder DNA-Oligonukleotide (25-90 Basen), die aufgrund ihrer dreidimensionalen Struktur, Zielmoleküle mit hoher Affinität und Spezifität binden können. Durch die enorme Anzahl möglicher Tertiärstrukturen können Aptamere kleine Moleküle, Peptide, Proteine oder sogar komplexe Strukturen wie z.B. ganze Zellen, Bakterien oder Viren erkennen und binden.

Die Dissoziationskonstanten (Kd) liegen hierbei im niedrigen pikomolaren bis nanomolaren Bereich, vergleichbar und oft sogar besser als die von monoklonalen Antikörpern.

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Generierung von DNA-Aptameren gegen endotheliale Vorläuferzellen (EPCs) und mesenchymale Stammzellen (MSCs), die zur Isolierung, Anreicherung und zum Targeting dieser Zellen eingesetzt werden können. Um hoch spezifische und selektive Aptamere für diese Stammzellen zu erhalten, wird die kombinatorisch chemische Methode SELEX (Systematic Evolution of Ligands by Exponential enrichment) eingesetzt (siehe Abbildung). Die Anreicherung zellspezifischer Aptamere erfolgt aus einer riesigen Oligonukleotidbibliothek mit bis zu 10^15 Molekülen.

Wir verfügen über mehrjährige Erfahrung in den Bereichen:
  • Isolierung, Kultivierung und Charakterisierung humaner und porciner Stammzellen
  • Molekularbiologische Techniken für die Durchführung der Zell-SELEX-Experimente, wie z.B. PCR, qRT-PCR, DNA-Einzelstranggenerierung, Gelelektrophorese, Klonierung, Durchflusszytometrie
  • Evaluierung der generierten Aptamere

Medizinische Doktorarbeiten

Interessierte können sich jederzeit an die jeweiligen Arbeitsgruppenleiter wenden.

Literatur

Avci-Adali M., Metzger M., Perle N., Ziemer G., Wendel HP. (2010). Pitfalls of cell-systematic evolution of ligands by exponential enrichment (SELEX): existing dead cells during in vitro selection anticipate the enrichment of specific aptamers, Oligonucleotides 20, 317-323

Avci-Adali, M., Paul, A., Wilhelm, N., Ziemer, G., and Wendel, H. P. (2010). Upgrading SELEX technology by using lambda exonuclease digestion for single-stranded DNA generation, Molecules 15, 1-11

Paul, A., Avci-Adali, M., Ziemer, G., and Wendel, H. P. (2009). Streptavidin-coated magnetic beads for DNA strand separation implicate a multitude of problems during cell-SELEX, Oligonucleotides 19, 243-254

Paul, A., Avci-Adali, M., Neumann, B., Guo, K., Straub, A., Dietz, K., Ziemer, G., and Wendel, H. P. (2010). Aptamers influence the hemostatic system by activating the intrinsic coagulation pathway in an in vitro chandler-loop model. Clin Appl Thromb Hemost 16, 161-169
Arbeitsgruppe Bioaktive Implantate (Dr. Andrea Nolte-Karayel)

Leitung

Dr. Andrea Nolte-Karayel
Arbeitsgruppenleitung
Tel. 07071 / 29 - 8 30 62
Fax 07071 / 29 - 36 17

Forschungsschwerpunkte

Entwicklung von bioaktiven Beschichtungen aus RNA zur Verhinderung pathogenetischer Prozesse und zur Unterstützung der besseren Einheilung

Die chirurgische Therapie von Gefäßkrankheiten oder der benignen Prostatahyperplasie, aber auch die Gabe von Zytostatika bei Tumorerkrankungen ist für ältere multimorbide Patienten mit einem großen Risiko verbunden. Eine schonende minimal invasive Therapie mit geringen Nebenwirkungen bietet eine vielversprechende Alternative, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten.

Aus diesem Grund liegt unser Forschungsschwerpunkt seit 2006 in der Entwicklung einer RNA Beschichtung bestehend aus small interfering RNAs (siRNAs) und messenger RNAs (mRNAs) für lokal applizierbare Medizinprodukte. Die RNA-Nanopartikel sollen durch ein Trägermaterial für einen längeren Zeitraum lokal an das umliegende Gewebe freigesetzt werden und hier gezielt eine gewünschte Proteinexpression durch mRNA an und durch siRNA ausschalten.
Damit kann eine beschleunigte Einheilung und verringerte Proliferation unerwünschter Zellen erfolgen. Die Entwicklung einer solchen Beschichtung gestattet eine personalisierte, nebenwirkungsärmere, lokale therapeutische Anwendung, die gerade aufgrund des demographischen Wandels dringend und bahnbrechend wäre.
Diese RNA-Beschichtungsplattformtechnologie könnte auf Gefäßstents, Stentgrafts, Patches, Harnröhren – und Harnleiterkathetern, in Mikropartikeln zur lokalen Krebsbehandlung oder sogar zur Unterstützung der Wundheilung in Form eines Pflasters dienen.

Zu unseren Kompetenzen:
  • Identifikation von siRNAs und mRNAs für den therapeutischen Einsatz zur Bekämpfung von Arteriosklerose speziell die Beschichtung von Stents, benigner Prostatahyperplasie oder Tumorzellen
  • Primärzellkultur von humanen und porcinen Endothelzellen, humanen Fibroblasten, humanen glatten Muskelzellen und primären Krebszellen
  • ex vivo Transfektion von Gewebe
  • Anwendung unterschiedlicher Technologien (Liposomen, Peptide, polykationische Polymere) zur Transfektion primärer Zellen mit therapeutisch wirksamen RNA Molekülen
  • Untersuchung der Viabilität, Interferonantwort und dem Zellzyklus nach Transfektion
  • Analyse der Genexpression und Proteinmenge nach RNA Transfektion mit qRT-PCR (quantitative real-time PCR) oder Western Blot, FACS (Fluorescence activated cell sorting)
  • Aufbau von RNA-freisetzenden Schichtsystemen mit verschiedenen Polymeren wie PLGA, Atelokollagen, Polyelektrolytmultischichten usw.

Mitarbeiter

Olivia König (PhD)
Diane Zengerle (med. Doktorandin, gefördert vom IZKF-Promotionskolleg)
Christoph Diener (med. Doktorand)
Dimitrios Nothdurft (med. Doktorand)
Isabel Golla (dent. med. Doktorandin)
Kirstin Wocken (dent. med. Doktorandin)
Natalia Pfeiffer (dent. med. Doktorandin)

Förderungen und Preise

(2014) Förderung der Deutschen Herzstiftung, Experimentelle Entwicklung und Validierung einer mRNA-basierten Induktion der Elastinogenese als neuartige Therapiemöglichkeit bei Kindern mit Williams-Beuren-Syndrom (Dr. rer. nat. Andrea Nolte, PD Dr. rer. nat. Meltem Avci-Adali, Dr. rer. nat. Stefanie Krajewski)

(2013) Förderung im IZKF Promotionskolleg, Doktorandenstipendium für Frau Diane Zengerle

(2011) Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie "Möglichkeiten der RNAi auf die Viabilität differenter Subtypen des Bronchialkarzinoms"

Publikationen

[1] M.G. Stoleriu, V. Steger, M. Mustafi, M. Michaelis, J. Cinatl, W. Schneider, A. Nolte, J. Kurz, H.P. Wendel, C. Schlensak, T. Walker, A new strategy in the treatment of chemoresistant lung adenocarcinoma via specific siRNA transfection of SRF, E2F1, Survivin, HIF and STAT3, Eur J Cardiothorac Surg (2014).

[2] K. Pietschke, T. Walker, S. Krajewski, J. Kurz, S. Aufderklamm, C. Schwentner, C. Schlensak, A. Stenzl, H.P. Wendel, A. Nolte, The Chance of Small Interfering RNAs as Eligible Candidates for a Personalized Treatment of Prostate Cancer, Current pharmaceutical biotechnology (2014).

[3] A. Nolte, S. Hossfeld, M. Post, J. Niederlaender, T. Walker, C. Schlensak, H.P. Wendel, Endotoxins affect diverse biological activity of chitosans in matters of hemocompatibility and cytocompatibility, J Mater Sci Mater Med 25 (2014) 2121-2130.

[4] C. Makowiecki, A. Nolte, B. Sutaj, T. Keller, M. Avci-Adali, H. Stoll, C. Schlensak, H.P. Wendel, T. Walker, New basic approach to treat non-small cell lung cancer based on RNA-interference, Thoracic Cancer 5 (2014) 112-120.

[5] T. Walker, C. Schlensak, H.P. Wendel, A. Nolte, „Ribonucleic acid interference“ zur Organprotektion, Z Herz- Thorax- Gefäßchir (2013) 1-7.

[6] T. Walker, A. Nolte, V. Steger, C. Makowiecki, M. Mustafi, G. Friedel, C. Schlensak, H.P. Wendel, Small interfering RNA-mediated suppression of serum response factor, E2-promotor binding factor and survivin in non-small cell lung cancer cell lines by non-viral transfection, Eur J Cardiothorac Surg 43 (2013) 628-633; discussion 633-624.

[7] A. Nolte, K. Ott, J. Rohayem, T. Walker, C. Schlensak, H.P. Wendel, Modification of small interfering RNAs to prevent off-target effects by the sense strand, New biotechnology 30 (2013) 159-165.

[8] A. Nolte, S. Hossfeld, B. Schroeppel, A. Mueller, D. Stoll, T. Walker, H.P. Wendel, R. Krastev, Impact of polyelectrolytes and their corresponding multilayers to human primary endothelial cells, J Biomater Appl 28 (2013) 84-99.

[9] A. Nolte, T. Braun, S.Z.O. Krockhaus, A. Munz, U. Vogel, C. Schlensak, H. Wendel, T. Walker, Stented Vessels: A Challenge for Histological Preparation and Microscopy, J Interdiscipl Histopathol 1 (2013) 104-112.

[10] A. Nolte, S. Aufderklamm, K. Scheu, T. Walker, O. Konig, M. Bottcher, J. Niederlaender, C. Schwentner, C. Schlensak, A. Stenzl, H.P. Wendel, Small interfering RNA transfection against serum response factor mediates growth inhibition of benign prostatic hyperplasia fibroblasts, Nucleic acid therapeutics 23 (2013) 62-70.

[11] S. Krajewski, R. Prucek, A. Panacek, M. Avci-Adali, A. Nolte, A. Straub, R. Zboril, H.P. Wendel, L. Kvitek, Hemocompatibility evaluation of different silver nanoparticle concentrations employing a modified Chandler-loop in vitro assay on human blood, Acta Biomater 9 (2013) 7460-7468.

[12] O. Koenig, T. Walker, N. Perle, A. Zech, B. Neumann, C. Schlensak, H.-P. Wendel, A. Nolte, New Aspects of Gene-Silencing for the Treatment of Cardiovascular Diseases, Pharmaceuticals 6 (2013) 881-914.

[13] S. Hossfeld, A. Nolte, H. Hartmann, M. Recke, M. Schaller, T. Walker, J. Kjems, B. Schlosshauer, D. Stoll, H.P. Wendel, R. Krastev, Bioactive coronary stent coating based on layer-by-layer technology for siRNA release, Acta Biomater 9 (2013) 6741-6752.

[14] T. Walker, J. Siegel, A. Nolte, S. Hartmann, A. Kornberger, V. Steger, H.P. Wendel, Small interfering RNA efficiently suppresses adhesion molecule expression on pulmonary microvascular endothelium, J Nucleic Acids 2011 (2011) 694789.

[15] T. Walker, E. Saup, A. Nolte, P. Simon, A. Kornberger, V. Steger, O. Adolph, H.P. Wendel, Transfection of short-interfering RNA silences adhesion molecule expression on cardiac microvascular cells, Thorac Cardiovasc Surg 59 (2011) 322-328.

[16] A. Nolte, T. Walker, M. Schneider, O. Kray, M. Avci-Adali, G. Ziemer, H.P. Wendel, Small-interfering RNA-eluting surfaces as a novel concept for intravascular local gene silencing, Mol Med 17 (2011) 1213-1222.

[17] A. Nolte, T. Walker, M. Schneider, O. Deniz, M. Avci-Adali, G. Ziemer, H. Wendel, Functional siRNA delivering biomaterials for local gene silencing in intravascular applications, Tissue Eng Pt A 17 (2011) 566-566.

[18] A. Nolte, S. Secker, T. Walker, T.O. Greiner, B. Neumann, P. Simon, G. Ziemer, H.P. Wendel, Veins are no arteries: even moderate arterial pressure induces significant adhesion molecule expression of vein grafts in an ex vivo circulation model, J Cardiovasc Surg (Torino) 52 (2011) 251-259.

[19] J. Geis-Gerstorfer, C. Schille, E. Schweizer, F. Rupp, L. Scheideler, H.P. Reichel, N. Hort, A. Nolte, H.P. Wendel, Blood triggered corrosion of magnesium alloys, Mater Sci Eng B-Adv 176 (2011) 1761-1766.

[20] A. Nolte, C. Raabe, T. Walker, P. Simon, G. Ziemer, H.P. Wendel, Optimized basic conditions are essential for successful siRNA transfection into primary endothelial cells, Oligonucleotides 19 (2009) 141-150.

[21] M. Avci-Adali, A. Nolte, P. Simon, G. Ziemer, H.P. Wendel, Porcine EPCs downregulate stem cell markers and upregulate endothelial maturation markers during in vitro cultivation, J Tissue Eng Regen Med 3 (2009) 512-520.

[22] M. Hanikenne, I.N. Talke, M.J. Haydon, C. Lanz, A. Nolte, P. Motte, J. Kroymann, D. Weigel, U. Kramer, Evolution of metal hyperaccumulation required cis-regulatory changes and triplication of HMA4, Nature 453 (2008) 391-395.
Arbeitsgruppe RNAi Translation (Prof. Dr. med. Tobias Walker)
Arbeitsgruppe Translationale Biomaterialforschung (Dr. Stefanie Krajewski)

Leitung

Stefanie Krajewski, Dr. rer. nat.
Tel. 07071 / 29 - 8 33 03
Fax 07071 / 29 - 36 17

Forschungsschwerpunkte

Entwicklung von neuartigen Strategien zur Therapie von erworbenen oder angeborenen Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose), die Schlaganfälle und Herzinfarkte zur Folge haben können.

Durch die Implantation von blutkontaktierenden Medizinprodukten, wie Gefäßprothesen und Stents, kann eine Aktivierung, Dysfunktion und Schädigung von Endothelzellen, Thrombozyten und Leukozyten induziert werden. In seltenen Fällen kann es auch zur bakteriellen Biofilmbildung auf dem Implantat kommen. Diese Vorgänge können zu lebensbedrohlichen thrombotischen sowie inflammatorischen Komplikationen führen.
Weiterhin besteht ein großes Problem in der Restenose von gestenteten Blutgefäßen durch Verlust der endothelialen Integrität mit einhergehender gesteigerter Proliferation glatter Muskelzellen in das Gefäßlumen.

Aus diesen Gründen beschäftigt sich die Arbeitsgruppe u.a. mit der Generierung einer effektiven und erfolgreichen Beschichtung für blutkontaktierende Implantate, mit der:
  1. Thrombozyten optimal und direkt vor Aktivierung und Dysfunktion im Bereich des implantierten Medizinprodukts geschützt sind
  2. Nach Implantation eine rasche Endothelialisierung erfolgen kann
  3. Die intimale Hyperplasie und somit die Restenoserate deutlich gesenkt wird, indem die Proliferation von vaskulären glatten Muskelzellen inhibiert wird
Weiterhin wird intensiv an einer antibakteriellen Beschichtung geforscht, um einen zuverlässigen Schutz vor Gefäßprothesen-assoziierten Infektionen zu gewährleisten.


Außerdem arbeitet die Arbeitsgruppe an einer neuartigen Therapiestrategie, mit der eine sichere und effektive Therapie von genetisch bedingten Erbkrankheiten, wie beispielsweise der familiären Hypercholesterinämie, möglich wird.

Mitarbeiter

Meike-Kristin Abraham (PhD Student)
Teresa Hierleman (PhD Student)
Helena Hinkel (BTA)
Julia Kurz (CTA)
Tatjana Michel (PhD Student)
Jan Niederländer (PostDoc)
Jochen Reinbold (PhD Student)

Preise und Auszeichunngen

2015 Margarete von Wrangell-Habilitationsstipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

2014 International mRNA Health Conference Poster Preis

2011 Hauptstadtkongress der DGAI für Anästhesiologie und Intensivtherapie
1. Preis in der Kategorie "Freie Vorträge“ für experimentelle Studien

2010 Reisestipendium der Reinhold-und-Maria-Teufel-Stiftung, Tuttlingen

Ausgewählte Literatur

1. Krajewski S, Rheinlaender J, Ries P, Canjuga D, Mack C, et al. (2014) Bacterial interactions with proteins and cells relevant to the development of life-threatening endocarditis studied by use of a quartz-crystal microbalance. Anal Bioanal Chem 406: 3395-3406.

2. Krajewski S, Neumann B, Kurz J, Perle N, Avci-Adali M, et al. (2014) Preclinical Evaluation of the Thrombogenicity and Endothelialization of Bare Metal and Surface-Coated Neurovascular Stents. AJNR Am J Neuroradiol.

3. Avci-Adali M, Behring A, Keller T, Krajewski S, Schlensak C, et al. (2014) Optimized conditions for successful transfection of human endothelial cells with in vitro synthesized and modified mRNA for induction of protein expression. J Biol Eng 8: 8.

4. Krajewski S, Prucek R, Panacek A, Avci-Adali M, Nolte A, et al. (2013) Hemocompatibility evaluation of different silver nanoparticle concentrations employing a modified Chandler-loop in vitro assay on human blood. Acta biomaterialia 9: 7460-7468.

5. Hohmann JD, Wang X, Krajewski S, Selan C, Haller CA, et al. (2013) Delayed targeting of CD39 to activated platelet GPIIb/IIIa via a single-chain antibody: breaking the link between antithrombotic potency and bleeding? Blood 121: 3067-3075.

6. Krajewski S, Kurz J, Geisler T, Peter K, Wendel HP, et al. (2012) Combined Blockade of ADP Receptors and PI3-Kinase p110beta Fully Prevents Platelet and Leukocyte Activation during Hypothermic Extracorporeal Circulation. PloS one 7: e38455.

7. Krajewski S, Kurz J, Neumann B, Greiner TO, Stolz A, et al. (2012) Short-acting P2Y12 blockade to reduce platelet dysfunction and coagulopathy during experimental extracorporeal circulation and hypothermia. Br J Anaesth 108: 912-921.